Wettbewerb

Golf-Airlines

Hunderte Kongress-Abgeordnete fordern fairen Wettbewerb

Seit Jahren leiden die USA unter dem Verdrängungswettbewerb der Golf-Airlines. Nun entwickelt sich das Thema zu einem Politikum erster Güte.

300 Mitglieder des US-Kongresses appellierten an die US-Regierung, endlich Maßnahmen gegen den enormen Verdrängungswettbewerb der Golf-Carrier zu ergreifen. Im Schreiben der US-Kongress-Abgeordneten DeGette und Coffman vom 25. Oktober an US-Außenminister Rex Tillerson und US-Verkehrsministerin Elaine Chao heißt es zum Beispiel:

„Wir sind zunehmend besorgt, dass Arbeitsplätze in Gefahr sind. Studien zeigen, dass die Regierungen von Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) seit 2004 über 50 Milliarden US-Dollar Subventionen in die staatlichen Airlines Qatar Airways, Emirates und Etihad Airways gezahlt haben. Angetrieben von den Subventionen haben diese Fluggesellschaften ihre Geschäftstätigkeiten schnell auf die USA ausgeweitet, um auf mehreren internationalen Strecken zu Dumpingpreisen Überkapazitäten zu schaffen und US-amerikanische Airlines aus dem Markt zu drängen. Zum Beispiel fliegen die Golf-Carrier aktuell 36 mal am Tag die USA an – eine Steigerung gegenüber den zwölf täglichen Flügen vor nur fünf Jahren, während keine US-Airline Katar oder die VAE ansteuert.

Die Subventionen, die diese Fluggesellschaften erhalten, sind nicht vereinbar mit den Luftverkehrsabkommen, die sowohl Katar als auch die VAE vor 15 Jahren unterzeichnet haben. Diese bilateralen Vereinbarungen hatten das Ziel, Fairness im Markt zu fördern – ohne staatliche Eingriffe. Sollten wir scheitern, unsere Handelsabkommen durchzusetzen, setzen wir Tausende Arbeitsplätze in der Mittelschicht und die langfristigen Interessen der amerikanischen Luftfahrt aufs Spiel.“

Situationsbeschreibung und Handlungsbedarf lassen an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig – und sind im hohen Maße auf die Wettbewerbssituation in Europa und Deutschland übertragbar.

 

 

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Die führenden US-Airlines Delta, American und United kämpfen seit mehreren Jahren gemeinsam in der Initiative Partnership for open & fair skies für weltweit fairen Wettbewerb. Hintergrund ist auch für sie das auf Verdrängung ausgerichtete Wachstum und die intransparente Finanzierungspraxis der Staatskonzerne aus den Golf-Staaten. Hintergründe, Zahlen und Fakten sind auf der Homepage der Initiative nachzulesen. 

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